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Wie der Kirsch in die Geschichte einging 

Das Destillieren muss bereits im neunten Jahrhundert vor Christus im Fernen Osten praktiziert worden sein, wobei diese Kunst zunächst den arabischen Kräuterhändlern vorbehalten war, um Duftwässer, z.B. das berühmte Rosenwasser, und Arzneien herzustellen. Bemerkenswerterweise belegten die Inder bereits 1800 vor Christus alkoholische Produkte mit einer Steuer. In der Zeit als die Destillierkunst nach Europa gelangte, entstanden die ersten trinkbaren Destillate. Im Mittelalter wurden dank Forscherpersönlichkeiten, die so genannten Alchimisten, entscheidende Fortschritte in der Kunst des Destillierens gemacht. Die damals entdeckten Techniken werden noch heute angewendet – das Grundprinzip ist seit jeher gleich geblieben.

Unter Destillieren versteht man den Vorgang, bei welchem Dämpfe eines zum Sieden gebrachten Stoffes durch einen Kühler geleitet und dort wieder verflüssigt  werden. Vom Begriff «stilla», Tropfen, wurde das Wort Destillieren abgeleitet. «Schnaps» wird seit dem 18. Jahrhundert der Branntwein genannt und bedeutete ursprünglich «einen Mund voll» oder «einen schnellen Schluck», wie der Branntwein üblicherweise getrunken wird.

Als Grundprodukt wurde Wein verwendet. Entscheidend war die Erkenntnis, dass der Wein durch vergorenen Trester (ausgepresste Trauben) ersetzt werden konnte. Dies machte den Weg frei für das Experimentieren mit allen möglichen Früchten. Trotzdem wurde lange Zeit nur auf das Altbewährte gesetzt, auf Trauben und Getreide. Der Grund lag vermutlich darin, dass diese Produkte in grösseren Mengen zur Verfügung standen. Früchte waren hingegen eher knapp, gaben viel Arbeit und wenig Ausbeute. Erst im 19. Jahrhundert hielt die Technisierung endgültig Einzug und die Experimentierfreudigkeit mit Früchten nahm zu: In diese Zeit fallen wohl auch die Kirschbrände.