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Von der Kirsche zum Kirsch 

Die süssen, auf Hochstamm-Bäumen wachsenden Kirschen eignen sich fürs Brennen am besten. Mit viel Sorgfalt, ohne Stiele und oft noch von Hand gepflückte Kirschen werden in Fässern, Körben und Kisten noch am selben Tag der Brennerei geliefert. In speziellen Einrichtungen werden die Kirschen eingemaischt. Für eine saubere und schonende Umwandlung des Zuckers in Alkohol und Kohlensäure sorgt die zugesetzte Reinhefe, bei kontrollierter Gärtemperatur und -führung. Nach der Gärung (Umwandlung des Zuckers in Alkohol und Kohlensäure) wird die Maische noch einige Wochen zur Bildung der kirschtypischen Aromastoffen gelagert. Die vergorene und gelagerte Maische enthält zwischen 6 bis 8 Vol.-% Alkohol. Dabei kommen unterschiedliche Bauarten von Brennhäfen zum Einsatz.

Die Maische wird in die Brennblase gefüllt und zum Sieden gebracht. Die heissen Dämpfe gelangen durch den Helm und das Geistrohr in die Verstärkerkolonne mit Glockenböden, wo die hochsiedenden Inhaltsstoffe von niedriger siedendem Alkohol und von Aromastoffen abgetrennt werden. Im Dephlegmator wird das Gemisch teilweise durch Kondensation weiter gereinigt und verfeinert. Hier sind die Erfahrungen und das Fingerspitzengefühl des Brennmeisters gefragt. Seine Kunst besteht darin, die minderwertigen Vor- und Nachläufe vom Hauptlauf, d.h. vom Herzstück des Destillates, abzutrennen. Das Kondensat ab Dephlegmator läuft zurück von Glockenboden zu Glockenboden und schliesslich wieder in die Brennblase. Die durch den Dephlegmator geleiteten Dämpfe gehen durch das zweite Geistrohr in den Röhrenkühler, wo sie vollständig kondensiert, also verflüssigt werden. Das flüssige Destillat enthält nun zwischen 60 bis 75 Vol.-% Alkohol und wird mit demineralisiertem Wasser schlussendlich auf den trinkfertigen Kirsch, zwischen 37,5 und 43 Vol.-% Alkohol, rückverdünnt.